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Matasci Vini

17/08/2026

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Casale del Giglio: Entdecken Sie die Weine des Agro Pontino

Etwa fünfzig Kilometer südlich von Rom, zwischen der Hauptstadt und dem Tyrrhenischen Meer, erstreckt sich die Agro Pontino. Heute ist die Region auch vom Weinbau geprägt, doch das war nicht immer so: Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war ein grosser Teil dieser Ebene Sumpfgebiet und aus weinbaulicher Sicht noch weitgehend unerforscht.

 

Genau hier, in Le Ferriere, wurde 1967 Casale del Giglio gegründet, unser neuer Matasci-Partner.

Eine Geschichte, die nicht mit einer bereits geschriebenen Weinbautradition beginnt, sondern mit einer Frage: Was kann aus diesem Terroir entstehen?

Von den ersten Fahrten mit dem Motorroller zu fast 60 Rebsorten

 

Für Antonio Santarelli war Casale del Giglio zunächst vor allem das Familiengut, auf dem er als Kind seine Wochenenden verbrachte und seine ersten Runden mit dem Motorroller drehte. Jahre später, mit 25, begann er mit seinem Vater Dino zu arbeiten, betrachtete dieselben Böden mit anderen Augen und erkannte ihr Potenzial für den Weinbau.

1985 wurde aus dieser Intuition ein echtes Forschungs- und Versuchsprojekt. Gemeinsam mit Ampelografen und Universitätsforschern wurden fast 60 verschiedene Rebsorten angepflanzt, um herauszufinden, welche sich am besten an das Klima und die besonderen Bedingungen der Agro Pontino anpassen würden.

 

Diese Arbeit führte im Laufe der Jahre zu interessanten Ergebnissen mit internationalen Rebsorten wie Syrah, Petit Verdot, Sauvignon und Viognier und ebnete zugleich den Weg für die Wiederentdeckung und Aufwertung autochthoner Rebsorten des Latiums.

Heute führt Antonio Santarelli diesen Weg gemeinsam mit dem Önologen Paolo Tiefenthaler fort. 

Die Forschung, die vor fast vierzig Jahren begann, ist damit bis heute eines der prägendsten Merkmale von Casale del Giglio.

 

Der Bellone will die Meeresluft spüren

 

Zu den wiederentdeckten und aufgewerteten Rebsorten gehört der Bellone, eine alte Rebsorte aus dem Latium, die eng mit den Gebieten nahe der Küste verbunden ist.

Das Meer spielt auch bei einem weiteren Projekt von Casale del Giglio eine wichtige Rolle: der Biancolella di Ponza. Auf der Insel wachsen die Reben auf den charakteristischen, «catene» genannten Terrassen, in einer Landschaft, über der der Faro della Guardia thront. Der 1886 erbaute Leuchtturm steht auf einem Felsen hoch über dem Tyrrhenischen Meer. Aus diesen Trauben entsteht der Faro della Guardia, ein reinsortiger Biancolella.

Von der Agro Pontino bis nach Ponza verändert sich die Landschaft, nicht aber der Ansatz: beobachten, experimentieren und verstehen, welche Rebsorte an einem bestimmten Ort ihr Potenzial am besten entfalten kann.

 

Ein 2'500 Jahre alter Weinkelch

 

Und dann ist da noch Satricum. Nur wenige Schritte vom Weingut entfernt liegen die Überreste der antiken latinischen Stadt, und Casale del Giglio begleitet seit Langem das Projekt rund um die archäologischen Ausgrabungen. Zu den Funden gehören die Via Sacra, die einst zum Tempel der Mater Matuta führte, sowie ein Keramikkelch, der für Wein verwendet wurde und aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammt.

Eine faszinierende Entdeckung – insbesondere wenn man bedenkt, dass die Agro Pontino noch vor wenigen Jahrzehnten aus weinbaulicher Sicht als nahezu unerforschtes Gebiet galt.

Der Wein hatte hier seine Spuren bereits mehr als zweitausend Jahre zuvor hinterlassen.

 

Forschung, die im Laufe der Zeit Anerkennung findet

 

Die Ergebnisse dieser langjährigen Arbeit haben die Weine von Casale del Giglio weit über die Grenzen des Latiums hinaus bekannt gemacht.

Zu den jüngsten Auszeichnungen zählen der Mater Matuta 2019, der beim Berliner Wine Trophy 2026 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, sowie der Chardonnay 2025, der bei Chardonnay du Monde 2026 eine Goldmedaille und den 7. Platz erhielt.

Und dann ist da noch der Bellone, der uns zurück zum Kern der Forschung rund um die autochthonen Rebsorten führt: Der Radix Bellone 2021, der auch Teil der Matasci-Selektion ist, erhielt 96/100 Punkte und wurde vom Weinführer «Guida Essenziale ai Vini d’Italia 2026» von DoctorWine zum «Miglior Bellone dell’Anno» gekürt. Drei unterschiedliche Weine, drei bedeutende Ergebnisse – und eine konkrete Bestätigung für den Weg, den das Weingut in den 1980er-Jahren eingeschlagen hat.

 

Von Amatrice über die Gricia bis in die Schweiz

Vor der Agro Pontino führt die Geschichte der Familie Santarelli zunächst nach Amatrice.

Hier liegen die Wurzeln der Familie, und der Weinhandel war bereits Teil ihrer Geschichte, lange bevor Casale del Giglio gegründet wurde.

Wer dieser Verbindung folgt, begegnet unweigerlich auch der Küche.

Die Amatriciana kennen wir alle. Weniger bekannt ist vielleicht die Gricia, die als ihre Vorläuferin gilt und oft als «weisse Amatriciana» bezeichnet wird: Guanciale, Pecorino Romano und Pfeffer – ohne Tomaten.

Casale del Giglio erzählt von diesem Gericht im Zusammenhang mit den Wurzeln der Familie in Amatrice und der Tradition der Transhumanz. Bis heute gehört die Gricia zur gastronomischen Geschichte der Familie und des Weinguts.

Doch gerade die Herkunft des Wortes Gricia hält eine kleine Überraschung bereit.

Eine der etymologischen Hypothesen führt den Namen auf die grici zurück, Händler von Brot und Lebensmitteln, die in Rom tätig waren und der Überlieferung nach teilweise aus dem Schweizer Kanton Graubünden stammten. Es ist nicht die einzige mögliche Erklärung, und die Herkunft des Begriffs ist bis heute umstritten.

Wenn wir also den Wurzeln von Casale del Giglio bis nach Amatrice folgen, begegnen wir am Ende sogar einem kleinen Stück Schweiz. Und zwar dort, wo wir es wohl am wenigsten erwartet hätten: in einem Pastagericht.

 

Die Gricia nach Casale del Giglio

Da darf natürlich auch das Rezept nicht fehlen.

Casale del Giglio schlägt eine Variante vor, die mit der Tradition von Amatrice und der Geschichte der Familie Santarelli verbunden ist.

 

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g gerillte Mezze Maniche (alternativ Spaghetti oder Bucatini, je nach Geschmack)
  • 500 g gereifter und küchenfertiger Guanciale aus Amatrice
  • 100 g Pecorino Romano
  • grobes Salz
  • Pfeffer, etwa ein halber Teelöffel

Die Schwarte vom Guanciale entfernen, das Fleisch in kleine Stücke schneiden und bei niedriger Hitze langsam in einer Pfanne anbraten, ohne Öl hinzuzufügen. Sobald der Guanciale goldbraun und knusprig ist, aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.

In der Zwischenzeit die Mezze Maniche in Salzwasser kochen und al dente abgiessen. Anschliessend die Pasta mit dem ausgelassenen Fett des Guanciale, dem Pecorino Romano und dem Pfeffer vermengen. Zum Schluss den knusprigen Guanciale dazugeben.

Wenige Zutaten, eine jahrhundertealte Geschichte und vielleicht sogar eine kleine Verbindung zur Schweiz.

 

Casale del Giglio kommt zu Matasci

 

Von der Agro Pontino bis nach Ponza, von internationalen Rebsorten bis zu autochthonen Sorten, von einem 2'500 Jahre alten Weinkelch bis zu einem Teller Gricia: Casale del Giglio ist ein Weingut, das die Neugier zu einem Weg gemacht hat, das eigene Terroir immer besser kennenzulernen.

Und vielleicht ist genau das der rote Faden, der all diese Geschichten miteinander verbindet.

Ab heute ist eine Auswahl seiner Weine Teil des Matasci-Sortiments.

Eine neue Weinregion, die es zu entdecken gilt – Wein für Wein.

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