Woher kommt Champagner?
Champagner stammt aus dem Nordosten Frankreichs, aus der gleichnamigen Region mit ihren rebenbewachsenen Hügeln, kreidehaltigen Böden und ihrem kühlen Klima.
Zu den bekanntesten Anbaugebieten gehören die Montagne de Reims, die für ihren Pinot Noir bekannt ist, das Vallée de la Marne, wo die Rebsorte Meunier eine wichtige Rolle spielt, und die Côte des Blancs, die besonders gute Bedingungen für Chardonnay bietet.
Seit 2015 gehören ausgewählte historische Weinberge, Champagnerhäuser und Weinkeller der Champagne zum UNESCO-Welterbe.
Wichtig zu wissen: Nicht jeder Schaumwein ist Champagner. Die Bezeichnung ist ausschliesslich Weinen vorbehalten, die innerhalb des festgelegten Herkunftsgebiets nach klar definierten Vorschriften hergestellt werden.
Drei Rebsorten, viele Facetten
Champagner wird hauptsächlich aus Chardonnay, Pinot Noir und Meunier hergestellt. Chardonnay bringt Frische und Finesse, Pinot Noir verleiht Struktur und Charakter, während Meunier fruchtige Noten und Geschmeidigkeit beisteuert.
Durch die Assemblage von Weinen aus verschiedenen Weinbergen und häufig auch unterschiedlichen Jahrgängen entstehen Cuvées mit ganz eigenständigen Stilrichtungen.
Und was bedeuten die Bezeichnungen Blanc de Blancs und Blanc de Noirs? Blanc de Blancs bezeichnet einen weissen Champagner aus weissen Trauben, meist Chardonnay. Blanc de Noirs hingegen ist ein weisser Champagner, der aus dunklen Trauben hergestellt wird.
Wie entstehen die Perlen im Champagner?
Das Geheimnis liegt in der traditionellen Flaschengärung, auch méthode champenoise genannt.
Ausgangspunkt ist ein stiller Wein, dem Zucker und Hefe zugesetzt werden. Bei der zweiten Gärung in der Flasche entsteht Kohlendioxid, das für die charakteristischen Perlen verantwortlich ist.
Anschliessend reift der Champagner auf der Hefe. Vor dem Verkauf muss Champagner mindestens 15 Monate im Keller lagern, bei Jahrgangschampagner sind es mindestens drei Jahre. Während dieser Reifezeit entwickelt der Wein seine aromatische Komplexität.
Die Rüttelpulte: von Hand gedrehte Flaschen
Um die Hefesedimente im Flaschenhals zu sammeln, wurden traditionell sogenannte Rüttelpulte (pupitres) verwendet. Dabei handelt es sich um Holzgestelle mit schräg angeordneten Öffnungen. Beim Remuage werden die Flaschen regelmässig gedreht und schrittweise stärker geneigt. Diese Präzisionsarbeit wurde früher von spezialisierten Rüttelmeistern, den remueurs, ausgeführt. Heute übernehmen häufig mechanisierte Systeme diese Aufgabe.
Danach folgt das Dégorgement, bei dem die Ablagerungen entfernt werden. Anschliessend kann die sogenannte liqueur d’expédition, die Versanddosage, hinzugefügt werden, die den Süssegrad des Champagners mitbestimmt.