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Matasci Vini

20/07/2026

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Von Genf bis ins Wallis:
Entdeckungsreise durch die Weine der Westschweiz

Zwischen Genf und dem Wallis verändern sich Landschaft, Licht und die Art, Wein zu erzeugen. 

Schon wenige Kilometer genügen, um von einer internationalen Stadt in eine der faszinierendsten Weinregionen der Alpen zu gelangen. Hier begleitet die Rebe den Lauf der Rhône und prägt die Berghänge. Zwei benachbarte, aber grundverschiedene Gebiete, die eine lange Weinbautradition verbindet und die durch ihre Weine ganz unterschiedliche Identitäten zum Ausdruck bringen.

p>Genf: das internationalste Gesicht des Schweizer Weins

Für viele ist Genf die Stadt des Jet d’Eau, der internationalen Organisationen und der Diplomatie. Doch nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt erstrecken sich gepflegte Rebberge, kleine Dörfer und eine überraschend weinbaulich geprägte Landschaft.

Zwischen dem Genfersee, der Rhône und der Arve schaffen das milde Klima sowie der Schutz des Juragebirges und der Voralpen ideale Bedingungen für den Weinbau. Hier verbindet sich Tradition mit einer natürlichen Offenheit für Innovation. Genf war 1988 der erste Schweizer Kanton, der eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC) einführte und damit neue Qualitätsstandards für den Schweizer Wein setzte.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden die traditionellen Rebsorten durch internationale Sorten und neue, eigens in der Schweiz gezüchtete Kreuzungen ergänzt. Chasselas und Gamay bleiben die wichtigsten Rebsorten der Region, daneben gedeihen auch Pinot Noir, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Merlot sowie neuere Sorten wie Gamaret, Garanoir und Divico, die für einen zunehmend nachhaltigen Weinbau entwickelt wurden.

Der Gamay bringt fruchtbetonte, frische und unkomplizierte Weine hervor. Der Gamaret, eine vergleichsweise junge Schweizer Züchtung, überzeugt mit Struktur, Eleganz und würzigen Aromen, während der Sauvignon Blanc intensive Noten von Zitrusfrüchten, exotischen Früchten und aromatischen Kräutern entfaltet.

Wallis: die grösste Weinregion der Schweiz

 

Folgt man der Rhône flussaufwärts Richtung Osten, verändert sich die Landschaft vollständig.

Die Berge rücken näher, die Hänge werden immer steiler und die Rebberge ziehen sich über Terrassen, die von mehr als 3'000 Kilometern Trockensteinmauern gestützt werden – ein eindrucksvolles Zeugnis jahrhundertealter Handwerkskunst.

Das Wallis ist die grösste Weinregion der Schweiz und vereint eine aussergewöhnliche Vielfalt an Landschaften, Mikroklimata und Rebsorten.

 

Mit über 2'000 Sonnenstunden pro Jahr und einer der niedrigsten Niederschlagsmengen des Landes bietet dieses Alpental ideale Bedingungen für die Reifung der Trauben. Das kostbare und oft knappe Wasser wird über die historischen Bisses verteilt – traditionelle Bewässerungskanäle, die seit Jahrhunderten Gletscherwasser zu den Rebbergen leiten und das Landschaftsbild des Wallis bis heute prägen.

 

In der Region werden rund 55 Rebsorten angebaut, viele davon autochthon. Damit verfügt das Wallis über eines der vielfältigsten Weinbauerben der Schweiz. Zu den bekanntesten Weissweinen gehört die Petite Arvine, die als Rebsorte des Kantons gilt und für ihre Eleganz, Frische und den charakteristischen salzigen Abgang geschätzt wird. Daneben gedeihen Silvaner, im Wallis als Johannisberg bekannt, Savagnin Blanc, lokal Heida oder Païen genannt, sowie Amigne und die seltene Humagne Blanche.

Auch die Rotweine besitzen eine unverwechselbare Identität. Der Cornalin bringt intensive und tiefgründige Weine hervor, die Humagne Rouge verkörpert den ursprünglichen Charakter des alpinen Weinbaus, während der Syrah in den warmen, mineralreichen Böden ideale Bedingungen gefunden hat, um Eleganz, Struktur und eine ausgeprägte Persönlichkeit zu entfalten.

 

Der höchstgelegene Weinberg Europas

 

Im kleinen Dorf Visperterminen befindet sich der höchstgelegene bewirtschaftete Weinberg Europas. Auf rund 1'150 Metern über Meer wächst hier der Heida, die lokale Bezeichnung für den Savagnin Blanc, der selbst unter extremen Bedingungen elegante und frische Weine hervorbringt.

Erlebnisse, die man nicht verpassen sollte

Zu den Höhepunkten zählen das Musée du Vin in Sierre und Salgesch, die Maison de la Petite Arvine sowie ein Besuch der Bourgeoisie de Grimentz, wo die Tradition des legendären Vin du Glacier gepflegt wird. Dieser Wein wird nach einer seit Jahrhunderten überlieferten Methode hergestellt und nicht kommerziell verkauft. Verkostet werden kann er ausschliesslich in den Weinkellern des Val d’Anniviers, direkt aus dem Fass.

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