Eine Tradition, die Jahrhunderte überdauert
Die Geschichte des Weins in der Deutschschweiz hat ihre Wurzeln im Mittelalter. Einer der ältesten Belege stammt aus dem Jahr 765 n. Chr., als einige Weinberge der Abtei Disentis gestiftet wurden. Ein Dokument, das zeigt, dass der Weinanbau bereits integraler Bestandteil des Lebens dieser Region war.
Viele Jahrhunderte lang waren es die Klöster, die das Weinwissen bewahrten und weitergaben und so zur Entwicklung der Weinberge und zur Verbreitung der Anbautechniken beitrugen. Auch heute noch spiegelt sich diese lange Tradition in der Arbeit vieler Winzer wider, wo Erfahrung, Geduld und Liebe zum Detail weiterhin grundlegende Werte sind.
Der Spätburgunder, Symbol der Deutschschweiz
Wenn es eine Rebsorte gibt, die diese Region identifiziert, dann ist es zweifellos der Spätburgunder, lokal auch als Blauburgunder bekannt. Er ist die meistangebaute Rebsorte und diejenige, die den Charakter der Region am besten interpretiert.
Das kühle Klima und die langsame Reifung der Trauben ermöglichen die Herstellung raffinierter Weine, die durch Aromen von Kirsche, Himbeere und kleinen roten Früchten, begleitet von eleganten würzigen Nuancen, gekennzeichnet sind. Mehr als durch ihre Struktur überzeugen diese Spätburgunder durch Ausgewogenheit, Finesse und Trinkfreude.
Ihre Vielseitigkeit macht sie perfekt zu hellem Fleisch, Pilzen, mittelreifem Käse und vielen Gerichten der Schweizer Küche. Es sind Weine, die zeigen, wie Eleganz und Persönlichkeit im selben Glas koexistieren können.
Der Weisswein, geboren aus einer Schweizer Idee
Neben dem Spätburgunder spielt der Müller-Thurgau eine führende Rolle, eine der repräsentativsten Weissweinsorten der Region. Seine Geschichte beginnt im Jahr 1882, als der Schweizer Botaniker Hermann Müller, ursprünglich aus dem Kanton Thurgau, diese Sorte während seiner Forschungsarbeit entwickelte. Der Name der Rebsorte verbindet den Nachnamen ihres Schöpfers mit dem Namen des Ursprungskantons und erinnert noch heute an ihre Schweizer Wurzeln.
Im Glas zeichnet sich der Müller-Thurgau durch Frische, zarte florale Noten und Aromen von grünem Apfel, Zitrusfrüchten und weissfleischigen Früchten aus. Er ist ein harmonischer, angenehmer und vielseitiger Wein, ideal als Aperitif oder in Kombination mit Fisch, Seefisch und leichten Gerichten.
Neben diesen beiden Hauptakteuren finden sich auch Weissburgunder, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Grauburgunder und der Räuschling, eine historische Rebsorte des Kantons Zürich, die weiterhin eine der authentischsten Ausprägungen des Weinbaus der Deutschschweiz darstellt.